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Umbau von Wechselstrom auf Gleichstrom

Fragen und Antworten rund um die "klassische" Modellbahnelektrik und -elektronik.
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Umbau von Wechselstrom auf Gleichstrom

Beitragvon janchristoph19 » 24.03.2009, 22:10

Hallo liebe TE-Kollegen,
ich habe unlängst eine englische TTR "Compound" 4-4-0 erworben, die mit Gleichstrom laufen sollte, was aber m.E. nicht stimmt, da sie einen Wechselstrommoter besitzt und daher mit meinen Transformatoren nicht ansteuerbar ist. Wer kann mir sagen, was ich machen muß, um das gute Stück ans Laufen zu bringen?
Vorab schon mal vielen Dank
Hendrik Cornelius
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Re: Umbau von Wechselstrom auf Gleichstrom

Beitragvon Georg » 24.03.2009, 22:33

Hendrik,

die Lok läuft auch mit dem normalen Trix-Fahrpult wie eine Gleichstrom-Lok mit Gleichstrom. Du braucht aber nur den Regler nach einer Seite zu drehen. Wenn Du anhalten willst, darfst Du den Regler nur so weit zurückdrehen, daß die Lok stehen bleibt. Nicht auf "Null" drehen.

Nur wenn Die Fahrtrichtung gewechselt werden soll, den Regler auf "Null" drehen. Dann fällt das Relais in der Lok ab.

Nach einiger Übung kommt man damit ganz gut zurecht. Die Lok wird aber etwas "lahm" sein.

Besser ist es daher, einen Transformator, der 14 Volt Wechselspannung abgibt, und einen Original-Trix-Regler zu benutzen.

Zufällig werden gerade bei Ebay die passenden Teile angeboten:

http://cgi.ebay.de/TRIX-EXPRESS-Wechsel ... 0380290661

Da gibt es neben dem Transformator gleich drei Regler. Falls Dir der Erwerb gelingen sollte: vor inbetriebnahme solltest du das Anschlußkabel des Transformators prüfen. Das sieht zwar auf dem Bild gut aus. Wenn es sich um ein altes brüchige Gummikabel handeln sollte, muß es vor Inbetriebnahme erneuert werden.

Gruß Georg
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Re: Umbau von Wechselstrom auf Gleichstrom

Beitragvon Ralf » 25.03.2009, 12:04

Hallo Hendrik,

schau mal im Forum unter "Analog" -> "wie Vorkriegslok fahren". Da wurde relativ viel über das Thema geschrieben.

Grüße
Ralf

PS: Du findest hier sehr viel, so z.B. auch was über die "Dampflokfarben" (Dein anderer Beitrag) über die Suchfunktion, musst allerdings damit rechnen, daß nicht mehr alle Threads vollständig sind.
Ralf
 
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Re: Umbau von Wechselstrom auf Gleichstrom

Beitragvon janchristoph19 » 26.03.2009, 21:43

... danke, danke liebe TE-Freunde, sie läuft tatsächlich. Offensichtlich war etwas verklemmt oder verklebt. Nichtsdestotrotz bleibt es mir schleierhaft, wie ein Wechselstrommotor mit Gleichstrom laufen kann. Aber offensichtlich habe vor 30 Jahren mal wieder in der Schule nicht zugehört. Ist denn der Anker an Ende der gleiche wie bei Gleichstrom und kann ich dann den ganzen Wechselstrom-Trödel ausbauen und einen Magneten wie bei Gleichstrommotoren einbauen? Hoffentlich ist die Frage nicht zu blöde!
Schöne Grüße an alle!
Hendrik
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Re: Umbau von Wechselstrom auf Gleichstrom

Beitragvon Georg » 27.03.2009, 00:29

janchristoph19 hat geschrieben:Nichtsdestotrotz bleibt es mir schleierhaft, wie ein Wechselstrommotor mit Gleichstrom laufen kann.


Hendrik, in der Lok befindet sich ein "Allstrom-Motor", dem es völlig egal ist, ob der mit Wechselstrom oder Gleichstrom zum Laufen gebracht wird. (Der klassische Märklin-Motor mit Feldwicklung ist auch ein Allstrom-Motor)

janchristoph19 hat geschrieben:Ist denn der Anker an Ende der gleiche wie bei Gleichstrom ...


Jaein! Es ist dem Anker an sich egal, welche Stromart er bekommt. Aber ab Werk wurden bei der Umstellung etwas anders gewickelte Anker verwendet, weil ja die Wicklung des Feldmagneten (die in Reihe zum Anker geschaltet ist) dann weg fällt. Bei den deutschen Loks kann man die unterschiedlichen Anker an der Farbe der Wicklung auseinander halten. Aber ob man das in England auch so gemacht hat, weiß ich nicht. Jedenfalls hat man in England bei der Umstellung auf Gleichstrom BEI DIESER Loktype den Antrieb komplett neu konstruiert und ist vom Stirnradantrieb abgegangen und hat auf Schneckenantrieb umgestellt. Der neue Motor und das neue Antriebsprinzip entsprechen im Prinzip dem der deutschen Trix Express – Loks der BR 80, 24, 64, V36.

janchristoph19 hat geschrieben:... und kann ich dann den ganzen Wechselstrom-Trödel ausbauen und einen Magneten wie bei Gleichstrommotoren einbauen?


Ja, aber wenn Du den Trödel ausbaust, wird das Dir der Trix-Gott im Himmel nie verzeihen. Die Lok ist zwar nicht ausgesprochen selten. Aber Modelle, bei denen die Lackierung noch in gutem Zustand ist, sind doch schon rar. Bei einer gut erhaltenen Lok würde ich den Umbau nicht mehr machen. Da vernichtet man Werte. Zumal es eine Gleichstromvariante des Modells gibt. Dann verkaufe Dein Modell und schaue Dich lieber nach der Gleichstromversion der Lok bei Ebay um. Unterscheiden kann man die Modelle ganz einfach. Bei der Wechselstrom-Version schauen die Kohlebürsten an der Seite heraus. Bei der Gleichstrom-Version ist an der Stelle das Gehäuse geschlossen

Man braucht den "Trödel", die Umschaltung aber nicht ausbauen Und damit zerstören. Es genügt wenn man in elektrisch abklemmt. Und dafür kleine Dioden an die Anschlüsse der Feldwicklung lötet. Für die Dioden müßte allerdings noch irgendwo Platz in der Lok gefunden werden. Die Dioden bewirken, daß der Gleichstrom durch die Feldwicklung immer in der gleichen Richtung fließt, während dagegen der Strom im Anker beim Fahrtrichtungswechsel am Fahrpult auch seine Fließrichtung ändert (statt von "links nach rechts" fließt er dann von "rechts nach links" durch den Anker). Dann fährt die Lok je nach Drehung am Fahrpult vorwärts oder rückwärts.

Gruß Georg
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Re: Umbau von Wechselstrom auf Gleichstrom

Beitragvon janchristoph19 » 27.03.2009, 23:03

Vielen Dank für die zahlreichen, interessanten und lehrreichen Beiträge!!! Ein tolles Forum, schade, daß ich da nicht früher drauf gekommen bin. Nachdem die Lok nun doch läuft und Georg mit dem Trix-Gott droht, lasse ich die Finger vom Umbau auf Gleichstrom - Ehrenwort! Vielleicht probiere ich die Idee mit den Dioden mal aus - mit klitzekleinen, die keiner sieht :-)
Nochmal Dank an alle und ein schönes Wochenende!
Hendrik
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Re: Umbau von Wechselstrom auf Gleichstrom

Beitragvon Ralf » 28.03.2009, 21:03

Hallo Hendrik,

wenn Du es wirklich ausprobieren willst - ohne Rücksicht auf den Trix-Gott und dessen Strafen ;-) - findest Du hier (falls benötigt) einen Schaltplan: http://board.ig-trix-express.de/analog-f17/wie-vorkriegslokwechselstrom-fahren-t1210.html#p8715. Wie schon gesagt, da wurde viel drüber geschrieben, auch darüber, ob man das tun sollte oder nicht. Wenn Du es machst, versuche, möglichst wenig zu verändern oder zu zerstören. Wenn Du keine Extrateile einbauen willst, musst Du die Umschaltwalze ausbauen und was an die Brozeblech-Federn löten, die dadurch ihren Originalzustand natürlich verlieren. Löte die Drähte möglichst weit unten an, damit die Biegsamkeit der Bleche nicht durch Lötzinnreste verloren geht, falls Du mal zurückbauen willst. Platz finden jeweils zwei Dioden links und rechts von den Kontaktferden, sozus. stehend eingebaut.

Ansonsten könnte ich mir nur noch vorstellen, was an die Hülsen für die Kohlen anzubauen, aber da wüsste ich jetzt nicht wie.

Viele Grüße
Ralf
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