janchristoph19 hat geschrieben:Nichtsdestotrotz bleibt es mir schleierhaft, wie ein Wechselstrommotor mit Gleichstrom laufen kann.
Hendrik, in der Lok befindet sich ein "Allstrom-Motor", dem es völlig egal ist, ob der mit Wechselstrom oder Gleichstrom zum Laufen gebracht wird. (Der klassische Märklin-Motor mit Feldwicklung ist auch ein Allstrom-Motor)
janchristoph19 hat geschrieben:Ist denn der Anker an Ende der gleiche wie bei Gleichstrom ...
Jaein! Es ist dem Anker an sich egal, welche Stromart er bekommt. Aber ab Werk wurden bei der Umstellung etwas anders gewickelte Anker verwendet, weil ja die Wicklung des Feldmagneten (die in Reihe zum Anker geschaltet ist) dann weg fällt. Bei den deutschen Loks kann man die unterschiedlichen Anker an der Farbe der Wicklung auseinander halten. Aber ob man das in England auch so gemacht hat, weiß ich nicht. Jedenfalls hat man in England bei der Umstellung auf Gleichstrom BEI DIESER Loktype den Antrieb komplett neu konstruiert und ist vom Stirnradantrieb abgegangen und hat auf Schneckenantrieb umgestellt. Der neue Motor und das neue Antriebsprinzip entsprechen im Prinzip dem der deutschen Trix Express – Loks der BR 80, 24, 64, V36.
janchristoph19 hat geschrieben:... und kann ich dann den ganzen Wechselstrom-Trödel ausbauen und einen Magneten wie bei Gleichstrommotoren einbauen?
Ja, aber wenn Du den Trödel ausbaust, wird das Dir der Trix-Gott im Himmel nie verzeihen. Die Lok ist zwar nicht ausgesprochen selten. Aber Modelle, bei denen die Lackierung noch in gutem Zustand ist, sind doch schon rar. Bei einer gut erhaltenen Lok würde ich den Umbau nicht mehr machen. Da vernichtet man Werte. Zumal es eine Gleichstromvariante des Modells gibt. Dann verkaufe Dein Modell und schaue Dich lieber nach der Gleichstromversion der Lok bei Ebay um. Unterscheiden kann man die Modelle ganz einfach. Bei der Wechselstrom-Version schauen die Kohlebürsten an der Seite heraus. Bei der Gleichstrom-Version ist an der Stelle das Gehäuse geschlossen
Man braucht den "Trödel", die Umschaltung aber nicht ausbauen Und damit zerstören. Es genügt wenn man in elektrisch abklemmt. Und dafür kleine Dioden an die Anschlüsse der Feldwicklung lötet. Für die Dioden müßte allerdings noch irgendwo Platz in der Lok gefunden werden. Die Dioden bewirken, daß der Gleichstrom
durch die Feldwicklung immer in der gleichen Richtung fließt, während
dagegen der Strom im Anker beim Fahrtrichtungswechsel am Fahrpult auch seine Fließrichtung ändert (statt von "links nach rechts" fließt er dann von "rechts nach links" durch den Anker). Dann fährt die Lok je nach Drehung am Fahrpult vorwärts oder rückwärts.
Gruß Georg