ig-trix-express.de

Interessengemeinschaft Trix-Express

Märklin Verkauf von Ersatzteilen

Technisches: Fragen, Tipps & Tricks zu Wartung, Reparaturen, Umrüstungen etc.
Nicht themenbezogene Beiträge werden gelöscht.

Märklin Verkauf von Ersatzteilen

Beitragvon Peter Tümmel » 13.07.2011, 14:58

Hallo Expressler,

letztens habe ich einen Artikel im Märklin Magazin 06/07 2011 entdeckt, welcher die Vermutungen welche schon seit längerer Zeit umhergeistern bewahrheiten lässt. Es handelt sich hierbei um die Umstellung beim Verkauf von Ersatzteilen. Siehe Anhänge.

Mir ist die Umstellung leider schon widerfahren. Einmal bei der Bestellung von Märklin-Mittelschleifern für z. B. die Ludmilla. Diese gibt es nur noch im Verbund zu 6 Stück. Auf der Verpackung stand netter Weise der Hinweis "Gebrauch nur für Jugendliche über 18 Jahren". Bei Märklin ist man also der Meinung dass Jugendliche und Kinder nicht in der Lage sind einen Schleifer auszuwechseln. Und zum Anderen habe ich für meine "Graue Maus" eine Kupplung gebraucht. Auch diese gibt es nur noch in der Packung mit 7 Stück. Was meiner Meinung keinen Sinn macht, da der gesamte Zugverband gerade mal 5 Kupplungen (jeweils männliche und weibliche) hat. Warum dann 7 Stück? Na ja ich denke wir werden unser blaues Wunder, was die Ersatzteilversorgung anbelangt, noch erleben.

Gruß Peter
Dateianhänge
ET_1.docx
(776.16 KiB) 58-mal heruntergeladen
ET_2.docx
(610.07 KiB) 31-mal heruntergeladen
ETS_3.docx
(908.53 KiB) 27-mal heruntergeladen
Benutzeravatar
Peter Tümmel
 
Beiträge: 329
Registriert: 27.05.2006, 21:27
Wohnort: Weichering

Re: Märklin Verkauf von Ersatzteilen

Beitragvon noels » 13.07.2011, 21:05

Wir machen in der Firma auch gerade eine Umstrukturierung mit Hilfe eines (renomierten und sicher teuren) Unternehmens- Coaches durch. Alles wird in übersichtliche Prozesse gegliedert und organisiert. Nur kommt es eben auf die Ziele an -> Die Umsätze halten und sparen um jeden Preis, um die Gewinnschere zu öffnen, oder attraktiver für die Kunden werden, damit die Umsaätze zu steigern und daran angepaßt die Produktionsprozesse zu optimieren. Der zweite Weg ist wohl nachhaltiger, wird deshalb eher in inhabergeführten Unternehmen gegangen.

Bei Märklin:

- Der Kunde bekommt Teile nur noch in größeren Gebinden. das sei günstiger...
Richtig... günstiger für Maärklin, weil man die logistische Arbeit zum Händler verlagert

- Teile, die der Kunde gar nicht einbauen kann, gibt es nicht.... Unfug... Teile, die man nicht anbietet, kosten kein Geld. Es werden wohl nur wenige Kunden- die Bastler- unzufrieden sein. Wenn die verärgert sind, ist das hinnehmbar.

- Nicht lackierte Teile... Der Kunde ist zwar zu doof, ein Zahnrad auszuwechseln, oder ein Gestänge, aber er ist fähig genug, den richtigen Farbcode für die Kleinteile der Länderbahnlok herauszufinden und er hat auch ein Airbrush- System, um eine ordentliche Lackierung hin zu bekommen. (Auch auf einer Griffstange sieht man eine Pinsellackierung). Man reduziert die Zahl der Teile und die Stückkosten. Der Vorteil wird nicht bei uns ankommen.

- Größere Baugruppen.... So kauft man die Teile wohl heute bei Zulieferern ein - in größeren Baugruppen. Dann Einzelteile beim Lieferanten zu ordern, die man selbst im Werk gar nicht mehr montiert, wäre natürlich zu aufwendig.

Wahrscheinlich hat der Coach bei Märklin sogar Recht. Der größere Teil der Kunden wird sich wohl klaglos damit abfinden. Wir sind es ja aus anderen Lebensbereichen auch so gewohnt. Wer alle zwei Jahre sein Handy in die Tonne tritt, wird kaum Abitionen zum basteln haben und sein Getriebe selbst reparieren. Daß dann auch noch die ewig gestrigen EXPRESSIONISTEN Teile brauchen, um neue Modelle umzurüsten, hat man schon gar nicht auf dem Schirm. Mit so ein paar durchgeknallten Spinnern kann man doch keinen Gewinn machen.

Wenn man die Prozesse in einem Unternehmen optimieren will, ist eine große Schwierigkeit, die kritischen Kennzahlen zu messen. Man läuft Gefahr, die Messungen von vornherein auf ein zurechtgelegtes Ziel hin durchzuführen und Meßergebnisse, die einen anderen Weg anregen würden, einfach auszuklammern. Wenn man Pech hat, gelangt man so zu völlig ungeeigneten Prozessbeschreibungen.
Bei meinem Arbeitgeber geht man einen sehr ungewöhnlichen Weg -> Alle 700 Mitarbeiter werden zu Teams gruppiert, die erst einmal die jetzige Arbeitsweise in Prozessen beschreiben. Wie man das macht, wurde in Seminaren gelehrt. Dann müssen alle die Vorstellungen, wie es besser gehen könnte, in neuen Beschreibungen festhalten. Dazu werden die Punkte festgehalten, an denen Kennzahlen gemessen werden müssen (Beispielsweise durch ganz simple Strichlisten). Aus diesen zig Einzelprozessen wird dann ein neues Unternehmenskonzept entwickelt. Solch eine Vorgehensweise ist recht teuer und man darf damit nicht erst anfangen, wenn ein Unternehmen über den Boden schleift. Aber ich glaube, es lohnt sich mittelfristig. Unsere Beratungsfirma meint, daß die Fachleute für die Details die Mitarbeiter sind. Die Unternehmensleitung sollte sich darauf beschränken, das Wissen auszugraben und zu einem Gesamtkonzept zusammen zu setzen immer in Hinblick auf die Kundenzufriedenheit. Vielleicht macht es Märklin ja unter diesen Gesichtspunkten doch richtig und wir verlangen nur zuviel. Schaun mer mal.

Gruß
heiko

Für mich gibt Märklin damit ein weiteres Alleinstellungsmerkmal auf. Es geht wieder ein Stück vom Nimbus verloren.
noels
 
Beiträge: 682
Registriert: 16.06.2002, 08:45
Wohnort: Osnabrück

Re: Märklin Verkauf von Ersatzteilen

Beitragvon Jan TE » 14.07.2011, 18:38

Jetzt bin ich mal neugierig woher Märklin diese Verpackungen bezieht, mit den Altershinweis.
Von Beate Uhse oder irgendwo aus dem Rotlichtmilieu?

Eine Firma die eine gute Kunden/Ersatzteildienst hat, die auch korrekt ist und Kundenfreundlich, baut mehr "Goodwill" auf, als einer die nur an Umsatz denkt.
Einen guten Ruf ist wichtiger als mann denkt!

Wenn Fleischmann/Roco die Kunden besser bedient, kann mann ja dort auch Skischleifer bestellen.
Bei Roco ist mann ja auch etwas "Spieleriescher", wie ich beobachtet habe mit die V160 Modellbaureihen.
Die könnten ruhig mal ein Lok aus spass in Trix Express ausführung in den Laden stellen.
Oder?

MfGr., Jan
Jan TE
 
Beiträge: 257
Registriert: 26.12.2010, 21:01
Wohnort: pr Groningen (NL)

Re: Märklin Verkauf von Ersatzteilen

Beitragvon trixklaus » 14.07.2011, 22:50

Hallo zusammen.

Leider haben nicht nur wir Modellbahner das Ersatzteilproblem. Bei mir im Job ist es genau so. Versucht mal für einen 4 Jahre alten Flachbildschirm ein Ersatzteil zu bekommen. Ausser Fernbedienungen gibt es fasst nichts,
Es gibt drei bis vier Firmen die Ersatzteile liefern,ansonsten Fehlanzeige. Für einen LCD Fernseher hat ein bekanntes deutsches Unternehmen sich geweigert, uns ein Modul zu schicken, nur weil von uns keiner bei einem zweitages Lehrgang in Kronach war. Zum Modulwechsel müssen vier Schrauben gelöst werden und sechs Stecker abgezogen werden, sonst nichts. Defekte Kleingeräte gehen während der Garantiezeit zum Entsorger. Ersatzteile gibts nicht. Da fängt die Wegwerfgesellschaft trotz Klima und Öko erst richtig an.

Aber nicht verzagen, es gibt ja Ton Jongen und ebay.

Viele Grüße, Klaus
trixklaus
 
Beiträge: 58
Registriert: 29.03.2004, 18:08

Re: Märklin Verkauf von Ersatzteilen

Beitragvon Jan TE » 15.07.2011, 11:17

Glücklicherweise gibt es ja noch Initiatieve die sich dann um Ersatzteile kümmern wenn eine Firma sich weigert oder nicht mehr in der Lage ist die Teile zu liefern.
Dass es möglich ist und sich auch noch loht, zeigt die Geschichte, woran ich jetzt denken muss.
Als in den anfang der sechsiger Jahre die Borgward-Gruppe in den unnötigen Konkurs getrieben würde und damit die vielen Fahrer von Borgward, Goliath (Hansa) und Lloyd-Fahrzeuge plötzlich ohne Kundendienst usw. dastanden, ist eine NL-investierungsgruppe eingetreten, und hat über die Westdeutsche Werkzeugmaschinen Gesellschaft eine neuen Lloyd Motoren Gesellschaft gegründet.
Diese Firma hat sich bis weit in die achtziger Jahre gekümmert Ersatzteile zu liefern für die Fahrzeuge der Borgward-Gruppe.
Später sogar kam die Ersatzteilversorgung für die Glas automobile noch dazu, nachdem BMW die Firma Glas übernommen hatte und gegen die Versprechungen nachher die Glas-Produktion einstellte.

Als wiedereinsteiger im Modellbahnhobby, wundere ich mich über die Geschichten die jetzt an mir vorbei kommen, Märklin in der Krise, aber auch Roco schon und Fleischmann.
Mann fragt sich: "Was ist denn da alles los?"
Mann kriegt kein Durchblick mehr, was sich da auf Managementhöhen abspielt.
Ich kann auch nachvolziehen dass Klaus sich auch schon einiges abfragt mit seinem Vorbild.

Ich halte nach wie vor, das Modellbahnhobby, für ein sehr Edukatieves und Abwechselungsreiches Hobby, für Jung und Alt.

Es ist ein Mehrwert die nicht direkt in Geld aus zu drücken ist, aber gewissermassen Wertvoll ist.
:)

MfG., Jan
Jan TE
 
Beiträge: 257
Registriert: 26.12.2010, 21:01
Wohnort: pr Groningen (NL)


Zurück zu Bastelstube

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste

cron