Die Eigenschaft, daß beim Märklin K-Gleis die Außenschiene elektrisch getrennt sind, wurde gerne bei Modulanlagen genutzt. Bei Treffen konnte man dann sowohl mit Zweileiter-Gleichstrom oder nach dem Märklin-System Betrieb machen.
Den Einsatz des K-Weiche mit beweglichem Herzstück bei Trix Express halte ich für wenig sinnvoll. Sie hat eine Radius von 90 cm! Und man benötigt eine Lösung für eine brauchbare Befestigung für einen durchgehenden Mittelleiter hat. Das Ausrüsten der Trix Express Fahrzeuge mit Märklin-Skischleifern würde ich als systemfremd ablehnen, obwohl ich selbst einige auf das Express System umgebaute Märklin-Loks mit Ski-Schleifern (wegen der leichteren Beschaffbarkeit und Befestigungsmöglichkeit) besitze. Und wenn man gar ganz ohne Mittelleiter fahren will, dann kann man auch gleich noch die Radsätze umbauen und hat eine Allerwelts-Zweileiteranlage.
Aber die schlanke Märklin K-Weiche mit beweglichem Herzstück 2271L (= 2272) bzw. 2271R (= 2273) wurde inzwischen durch die billiger herzustellende 22715 bzw 22716 ersetzt und diese Weichen haben leider ein festes Herzstück! Man findet die Weiche mit beweglichem Herzstück also nur noch auf Gebrauchtwarenmärkten. Erhältlich ist noch eine Weiche mit beweglichem Herzstück von Fleischmann, dessen Radius im abbiegenden Zweig nicht ganz so groß ist.
Der Trix Spurkranz ist 2 mm hoch. Der oben erwähnte in den Weichenlücken polternde Spurkranz wurde ursprünglich geschaffen, um damit die Märklin-Schnellzugwagen umzurüsten, die zusammen mit der BR 103 angeboten wurden. Er hat nur eine Spurkranzhöhe von 1,6 mm, da Radsätze mit 2 mm Spurkranzhöhe am Wagenboden scheuern würden.
Das Poltern der Trix Express Radsätze 66689 mit einem Durchmesser von 10,2 mm und 1,6 mm Spurkranzhöhe entsteht, weil bei Trix Express in der Herzstücklücke auf dem Spurkranz gefahren wird - genau wie bei der städtischen Straßenbahn, die eine im Pflaster verlegte Weiche passiert. Da der 1,6 mm-Spurkranz kleiner als die Lücke tief ist, fällt der Radsatz eben polternd in die Lücke.
Bei der großen Eisenbahn ist es anders: dort ist die Lauffläche des Rades breiter als der Schienenkopf. Das Rad läuft dann schon auf dem Herzstück, bevor es überhaupt die Weichenzunge verlassen hat.
Anders sieht es aus, wenn man eine Weiche mit beweglicher Herzstückspitze ( = eine beim Vorbild sogenannte Schnellfahrweiche) betrachtet. Sie hat keine Lücke. Folglich kann kein Radsatz in eine Lücke fallen. Man kann also mit allem fahren: vom Trix Express-Radsatz bis zum RP25-Radsatz. Vorausgesetzt das Schienenprofil ist hoch genug. Man hätte dann eine Weiche, die in ihrer Funktion der englischen TTR-Universalweiche entspricht, die es um 1960 für einige Jahre gegeben hat. Darauf fährt alles!
Alte Märklin-Fahrzeuge hatten in den 30er Jahren eine Spurkranzhöhe von 1,55 mm Höhe. Das kommt dem Trix Express Spurkranz mit 1,6 mm schon sehr nahe. Heute benutzt Märklin niedrigere Spurkränze. Aber zu der Zeit, wo das K-Gleis entwickelt wurde, war der Märklin Spurkranz immer noch 1,4 mm hoch.
Als Lösung würde sich anbieten, das Kleineisen soweit abzufeilen, bis die Trix Express Radsätze einwandfrei laufen. Aber darunter leidet die Stabilität. Irgendwann findet das Schienenprofil keine Halt mehr. Eine andere Lösungwäre, auf die Schienenköpfe der K-Weiche ein Messingprofil aufzulöten, um die bei Trix Express übliche Schienenprofilhöhe von 3,1 mm zu erreichen. Das ist natürlich eine kribbelige Angelegenheit, weil bei der nötigen Erwärmung des Schienenprofils das Schwellenband schon weich wird. Klebt man, hat das aufgesetzte Profil keine sichere Stromübertragung, so daß zumindest eine teilweise Lötung erforderlich ist. Dann muß natürlich auch die bewegliche Herzstückspitze mit einem Stück Messingblech auf die gleiche Höhe gebracht werden.
Und als Lösung für den Mittelleiter bietet sich an: Mittelleiterprofile ausgebaut aus Trix Express-Gleisen. Oder ein in der Länge "halbiertes" N-Gleis. Nachteilig ist, daß Minitrix und Fleischmann nur Neusilber-Schienen anbieten, die als Mittelleiter genutzt sehr auffällig sind. Man muß also nach brüniertem N-Gleisen Ausschau halten, wie Arnold es anbot. Man kann einzelne verbleibende halbierte N-Schwellen zur Befestigung des Profils nutzen. Mit der Dicke der Schwellen kann man die Höhe bestimmen. Oder: .....
Das Peco-Gleis ist für Zweileitergleichstrom vorgesehen. Zusätzlich gibt es von Peco einen nachträglich einsetzbaren Mittelleiter, um das Gleis mit Ski-Schleifer befahren zu können. Es handelt sich um einen zick-zack-förmig gebogenen Blechstreifen, der unter das Gleis gelegt wird, und dessen Höcker (Pukos) zwischen jeder zweiten Schwelle hervor schauen. Wenn man ein passendes U-förmigens Messingprofil fände, daß genau auf diese Höcker paßt und die richtige Mittelleiterhöhe ergäbe, könnte man einen durchgehenden Mittelleiter bauen.
Da die Peco-Weichen doch sehr dem englischen Vorbild ähneln, es keine beweglichen Herzstückspitzen gibt, die Halterung der Radlenker (aus Metall) aber aufgespritzt sind, also nicht zerstörungsfrei entfernt und neu versetzt befestigt werden können, kommt die Weiche wohl weniger in Frage. Aber der Puko-Blechstreifen ist interessant.
Tillig bietet Weichenbausätze an. Aber auch da gibt es etliche Klippen. Die Weiche hat zwar ein Metallherzstück, aber es ist kein bewegliches Herzstück. Daher hat die Weiche auch wieder Flügelschienen, die am Gleisbett angespritzt sind. Sie müssen für den Trix Express Radsatz entfernt und komplett neu angefertigt werden. Dagegen kann der Radlenker nach Bedarf eingebaut werden.
Ferner muß bei einem Weichenselbstbau immer daran gedacht werden, daß der Mittelleiterschleifer die Weichenzungen mit Außenleiterpotential kreuzt. Bei der Märklin-Weiche wird der Skischleifer über die zu kreuzende Schiene gehoben und kann die Schienen dann nicht berühren. Da der Trix Express-Mittelleiter sich aber immer auf der Höhe der Außenschienen befindet, muß nicht nur die Polarität im Herzstück umschaltbar sein, sondern der Strom muß auch in den Schienenteilen, die der Mittelleiter berührt, umgeschaltet werden. Oder der Bereich muß isoliert sein. Auch sollten neugebaute Flügelschienen/Radlenker aus Plastik sein, weil nie auszuschließen sind, daß sie doch vom Mittelleiterschleifer berührt werden. Bei der im Forumsbeitrag "Selbstbauweiche 7.5°" von Nobby gezeigten Weiche erscheinen die Metall-Flügelschienen für den Mittelleiterschleifer erreichbar. Wenn dann zufällig ein Rad eine elektrische Verbindung zwischen Flügelschiene und Außenschiene herstellt, "funkt" es.
Man kommt bei schlanken Weichen sehr schnell an konstruktive Grenzen, da der 6,5 mm breite Trix Express-Mittelschleifer wegen der Toleranzen zwischen Radsatzaußenmaß und Spurweite in Kurven erheblich vom Mittelleiter abweicht und im R1-Radius einen Bereich von bis 5,5 mm neben dem Mittelleiter bestreicht. Schon im geraden Gleis kann der Mittelleiterschleifer einen Bereich von 4 mm seitlich der Mittelschiene berühren. Insgesamt also 8 mm! Die Flügelschiene und der benachbarte Radlenker sind in einer Trix Express-Weiche aus gutem Grund aus Plastik, weil sie nur 10,2 mm auseinander sind.
Je größer der Radius des abzweigenden Gleises in einer Selbstbauweiche ist, um so größer wird der Bereich, der isoliert bzw. umgeschaltet werden muß. Da auch der Trix Express-Radsatz zwischen durchgehender Schiene und abliegender Weichenzunge hindurch muß, wird der Teil der Weichenzunge, der beweglich sein muß, bei größeren Radien auch immer größer.
So würde sich anbieten:
fürs Gleis:
-> Tillig-H0-Schwellenband
-> Peco-Spur 0 - Profil nach Code 124 mit 3,16 mm Höhe einziehen.
Mittelleiter:
-> entweder: Trix Express-Mitteleiterprofile
-> oder Peco-Mittelleiterband mit aufgesetztem durchgehenden U-förmigen Messingprofil
-> oder ein einzelnes N-Schienenprofil,
bei Weichen:
-> wenn man keinen kompletten Selbstbau mit Tillig-Teilen und Peco -Schienenprofilen wagt,
-> dann alte Märklin K-Weiche mit beweglicher Herzstückspitze, deren Schienenprofile und Herzstück durch aufgelötete / aufgeklebte Profile auf 3,1 m Höhe gebracht wird. Der Mittelleiter könnte wie bei den Gleisstücken gebaut werden. Die noch erhältliche Fleischmann-Weiche mit beweglichem Herzstück hat - abgesehen von der mit 2,5 mm zu niedrigen Profilhöhe - allerdings wieder Flügelschienen und sehr enge Weichenzungen, da wird es für den Trix Express-Spurkanz wieder zu eng.
So bunt wie die Herkunt der verschiedenen benötigten Teile ist, so bunt wird (wenn man auch noch Trix Express-Gleise und -Weichen einbaut) die Anlage. Manchem wird dieser Mix aus Messing-, Neusilberprofilen und Schwellen unterschiedlicher Herkunft nicht gefallen.
Georg
