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Digital und analog auf einem Stromkreis???

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Digital und analog auf einem Stromkreis???

Beitragvon Dirk124 » 11.01.2012, 22:15

Hallo,

ich hätte eine Frage, die mich beschäftigt.
Da ich gerade die alte Anlage meiner Kindheit wieder aufbaue und die Digitaloption noch nicht ziehen möchte, frage ich mich die ganze Zeit, ob man auch digital und analog auf einem Stromkreis fahren kann.
Klar ist, daß man bei Trix Express einen Außenleiter analog, den anderen digital nutzen kann.

Ich habe jetzt aber verstanden, daß bei Digitalbetrieb eine 18 V Wechselspannung an die Schienen gelegt wird. Dann müßte es doch möglich sein, die Digitalspannung der analogen zu Überlagen. Die analoge Lok bekommt nichts von der Wechselspannung mit und die Digitallok reagiert nicht auf die Gleichspannung. Oder mache ich da einen Denkfehler? Oder gibt es auch Störungen durch irgendwelche Harmonische?

Viele Grüße und vielen Dank.

Dirk
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Re: Digital und analog auf einem Stromkreis???

Beitragvon noels » 11.01.2012, 22:54

Moin Dirk,
das ist ein übler Denkfehler. Zwar nutzt das alte EMS- System das von Dir beschriebene Prinzip, aber es wird eine viel höhere Frequenz verwendet. -> Digital und Analog auf einem Stromkreis = no go. Das scheitert schon daran, daß die Digitalstation in dem Moment zum Selbstschutz abschaltet.
Gruß
heiko
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Re: Digital und analog auf einem Stromkreis???

Beitragvon FeinExpress » 12.01.2012, 13:14

Hallo,

Fleischmann brachte mit seinem ersten Digitalsystem FMZ ein System, welches genau mit diesem Argument stark beworben wurde.
Für viele 2-Leiter-Fahrer erleichterte dies einen Einstieg in die Digitalisierung, da mit ein paar Haltestellen vor den Signalen somit immer noch etliche Analog-Loks zusätzlich zu den Digitalisierten auf der Anlage einsetzbar waren.
Nur kam dann später doch die Enttäuschung; der Markt hatte gegen dieses System entschieden; bereits umgerüstete Loks mußten erneut umgerüstet werden.
So ist das System heute vielleicht so nostalgisch wie unser Trix Express.

Andererseits sind auch diese Artikel heute noch in der Bucht zu bekommen.

Dirk: es hilft Dir trotzdem nicht weiter. selbst mit diesem System gäbe es ein Problem:
die Grundspannung am Gleis ist zu hoch, so daß auch für die analogen Modelle eine Beleuchtung mit erhöhter Nennspannung verwendet werden müßte, sonst brennen die Birnchen durch.
Mit dem originalen Trix-EMS für 2 Loks auf einem Stromkreis hättest Du dagegen keine Probleme.
Und EMS-Artikel gibt es ja auch noch auf dem Markt.

Grüße
Uwe
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Re: Digital und analog auf einem Stromkreis???

Beitragvon Hans » 12.01.2012, 21:35

Hallo Dirk,
Digital und analog gleichzeitig in einem Stromkreis geht weder mit DCC noch mit Selectrix/Rautenhaus RMX Digitalsystemen. Manche Digitalsysteme erlauben es, auf der Adresse 0 eine analoge Lok laufen zu lassen (Piko, Lenz DCC). Die analogen Motoren pfeiffen zwar dabei ein Klagelied, aber es soll gehen.... :oops:
Generell sollten aber die analogen Loks im Digitalbetrieb von dem Stromkreis entfernt werden (abschaltbare Gleise, herunternehmen).
Wenn abschaltbare Gleise bei einer analogen Anlage bereits vorhanden sind, würde ich den Stromkreis (die Gleise) mit einem normalen Wechselschalter wahlweise analog oder digital betreiben. So kann man die Loks nach und nach umrüsten, oder auch Loks fahren lassen, welche nicht umgerüstet werden. Ich fahre so meine Anlage seit Jahren wahlweise Analog oder DCC.
Übrigens können DCC und Selectrix/RMX Loks auch analog betrieben werden, wenn die entsprechende Option im Dekoder gesetzt ist.

Viele Grüße
Hans
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Re: Digital und analog auf einem Stromkreis???

Beitragvon Dirk124 » 13.01.2012, 20:32

Danke für die Antworten.

Die höhere Spannung für die Lämpchen ist ein Argument. Das könnte auch einfach mit einem Vorwiderstand lösen.
Meine Verständnisfrage ist aber, wenn das digitale System Wechselspannung nutzt, wieso dann der Analogbetrieb nicht möglich sein soll mit einer überlagerten Gleichspannung.
Da muß es dann irgendwelche Probleme gehen, die ich aber im Moment nicht vestehe.


Viele Grüße

Dirk
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Re: Digital und analog auf einem Stromkreis???

Beitragvon noels » 13.01.2012, 22:56

Hallo Hans und Dirk,
natürlich ist es immer sinnvoll, vorhandene abschaltbare Gleise zu belassen. Mir erspart es beispielsweise das Programmiergleis. Muß halt nur darauf achten, daß alle Digi- Loks , die nicht mit programmiert werden sollen, auf abgeschalteten Gleisen stehen;-)

Ich selbst bin seit jahren damit zufrieden, einen der beiden Stromkreise analog und den anderen digital zu betreiben. Nur beim Aufsetzen der Loks beschwert sich die Lokmaus manchmal, wenn der Mittelschleifer dabei kurz eine Brücke herstellt. aber dann schaltet man eben wieder an...

Die Überlagerung von Gleich und Wechselstrom zu nutzen, verlangt einen großen Unterschied in der Frequenz. Aber sowohl SX, wie DCC nutzen die gleiche Frequenz, wie unsere analogen Trafos, nämlich die 50 Hz des Netzstroms. Die DCC- Anlage schaltet ab, wenn ein Gleichstrom in ihren Ausgangsstromkreis schlägt und die analog betriebenen Gleichstrommotoren quieken naturgemäß lautstark, wenn sie mit einer Wechselspannung von 50 Hz belegt werden.

Einmal bildhaft simpel ausgedrückt:
Bei 50 Hz Wechselstrom kann der Gleichstrommotor sich nicht bewegen, weil die Richtung 50 mal pro Sekunde wechselt. Aber erbemerkt den Strom und schwingt hin und her. Das ergibt eine Tonfrequenz, die wir noch ganz gut hören können. Bei der Frequenz im fünfstelligen Bereich des EMS- Stroms kann man sich das so vorstellen, daß der Richtungswechsel sooo schnell geht, daß der Gleichstrommoter den Strom wegen seiner Trägheit gar nicht erst bemerkt. Das ist so nicht ganz richtig, aber man kann es sich so vielleicht einfacher vorstellen.

Zusammengefaßt: Die problemlose Überlagerung der analogen Gleichspannung durch die digitale Wechselspannung scheitert an der niedrigen Frequenz der Wechselspannung bei DCC und SX. Wenn Du Deine analogen Loks auf ein DCC- Gleis stellst, ist das ziemlich genau das gleiche, als wenn du den Magnetartikelausgang Deines Trafos mit dem Gleis verbindest, was Dir die Lok akustisch bestätigen wird.
Gute Elektrik- Trixer können dir das sicher präzieser erklären.
Gruß
heiko
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Re: Digital und analog auf einem Stromkreis???

Beitragvon FeinExpress » 14.01.2012, 17:40

Hallo Dirk,

vielleicht hilft Dir zum Verständnis die "elektrische" Erklärung, warum das Ganze einzig von der Frequenz abhängt. Und mit früheren Systemen auch funktionierte.

Bei einer Spule, wie sie an unseren Motorankern vorliegt, wird beim Anlegen einer Spannung eine Gegeninduktivität aufgebaut. Dies verlangsamt den Aufbau des Stromflusses. Diese Verzögerung spielt im Normalfall überhaupt keine Rolle. Wenn jedoch eine sehr hohe Frequenz einer Wechselspannung angelegt wird (z.B. 10 kHz), erfolgt die Umpolung schon, bevor sich überhaupt der Stromflussaufbau ergeben hat, die Stromstärke bleibt somit bei Null. Eine analoge Lok merkt dann also von der Wechselspannung nichts, andere können mit einem Elektronikbaustein gesteuert werden. Die alten schon angeführten Systeme (Fleischmann FMZ, aber auch Jouef) hatten sich dieses Prinzip zunutze gemacht, wie auch das Trix EMS mit nur einer zusätzlichen Lok.

Da Glühbirnchen keine Gegeninduktivität aufbauen, brennen sie trotz Hochfrequenz und so entstehen mit diesem Prinzip auch Dauerzugbeleuchtungen.
Beispiel Trix EMS: mit 9 kHz Dauerzugbeleuchtung möglich, die äußerst geringen Restströme nahe Null am Motor führen aber zum meist als störend empfundenen hochfrequenten Pfeifen.
Oder Arnold-Beleuchtungsgenerator (längst nicht mehr lieferbar): die meines Wissens nochmals deutlich höhere Frequenz läßt auch diesen Reststrom verschwinden, somit kein Geräusch hörbar.

Bei der von Heiko schon angeführten sehr niedrigen Frequenz der heutigen Digitalsysteme ist die Gegeninduktivität als Stromsperre dagegen völlig vernachlässigbar, so dass eine Analog-Lok
heftigst reagiert ("rappelt" nur mechanisch und überhitzt). Also kein Parallelbetrieb möglich.

Falls Dich dies jetzt wenigstens auf die Idee einer Dauerzugbeleuchtung bringt, bedenke bitte, dass im seltenen Fall eines Einsatzes von Glockenankermotoren (Trix BR 36 ?) wie Faulhaber oder Maxon die Motoren zerstört werden könnten, da deren Gegeninduktivität klein ist und somit ständig ein nennenswerter Wechselstrom fließt. Dies gilt vor allem bei EMS. Es dürfen auch keine Kondensatoren direkt an Spannung eingesetzt werden. Für solche Loks also eine Dauerzugbeleuchtung abschaltbar machen.

Dein Grundgedanke war ja gar nicht so ganz falsch, ich denke, es wird jetzt auch klarer.

Viele Grüße
Uwe
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Re: Digital und analog auf einem Stromkreis???

Beitragvon Dirk124 » 14.01.2012, 21:33

Danke für Eure Antworten.

Das erklärt alles!

Viele Grüße

Dirk
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